Ein aktueller Artikel im Guardian wirft die Frage auf, ob virtuelle Währungen Gold schlagen kann. Eine aktuelle Statistik von Second Life zeigt, dass Anfang Oktober der Gegenwert von über 100 Mio. USD in Linden Dollar gehandelt wurde mit einem Wachstum von 20% gegenüber dem Vormonat – und das in Krisenzeiten. Allerdings sind im Moment nur ca. 25 Mio. USD in Second Life im Umlauf, verteilt auf 1 Mio. Nutzer. Bereits Ende der 90er wurden virtuelle Währungen schon als Trend gehandelt, allerdings damals mangels Interesse (oder Phantasie) aus dem Fokus verschwunden.
Online Spiele und die modernen Netzwerke wie Second Life oder Facebook bringen derartige Alternativ-Währungen wieder zurück in unseren Alltag. EVE Online überwacht die eigene Währung zum Beispiele wie eine reale Währung überwacht wird. Second Life führt Statistiken wie wir sie von normalen Währungen kennen. Second Life Nutzer aus Europa zahlen Mehrwertsteuer für Einkäufe dort um regionalen Vorschriften gerecht zu werden. Generell sind neue Themen, wie mit derartigen Steuern und solchem Vermögen umgegangen werden soll. Damit einhergehend werden die ersten Betrugs- und Missbrauchsfälle bekannt, auch auf Seiten derer, die virtuelle Assets verwalten.
In China wechselten nach dortigen Angaben für ca. 2 Mrd. USD virtuelle Güter und Dienstleistungen den Besitzer. Zynga, der erfolgreichste Facebook App Anbieter (z.B. Mafia Wars, Farmville) soll dieses Jahr über 100 Mio. USD damit verdienen.
Es ist also davon auszugehen, dass virtuelle Währungen immer mehr an Stärke gewinnen, eine immer grösser werdende Nutzerschaft erreichen und damit mehr Einfluss auf reale Währungen und Ökonomien nehmen.